Projekte

Schwerpunkte der Forschungsaktivität sind die Erarbeitung diagnostischer Kriterien sowohl klinisch als auch im Kontext technischer Zusatzuntersuchungen (Muskel-MRT, Muskle-Biopsie, EMG), die Untersuchung pathophysiologischer Aspekte und von Therapieansätzen.

Klinische Ratingskala

Gegenwärtig arbeiten wir auf Grundlage einer früheren Version an der Definition einer klinischen Ratingskala zur (semi-)quantitativen Beschreibung der Kamptokormie. Nach Erstellung einer Vorversion und deren Evaluation auf Klinikebene wird angestrebt diese im Austausch mit internationalen Kollegen und der Movement Disorder Society weiterzuentwickeln.

Muskel-MRT Untersuchungen

Nils G Margraf, A Rohr, O Granert, J Hampel, A Drews, G Deuschl: MRI of lumbar trunk muscles in patients with Parkinson’s disease and camptocormia. Journal of Neurology 2015 Jul; 262(7): 1655-64.

Nachdem in einer Querschnittsstudie die Hypothese dynamischer Veränderungen der dorsalen Rumpfmuskulatur von Parkinsonpatienten in Abhängigkeit der Dauer ihrer Kamptokormie formuliert werden konnte, soll diese in einer Längsschnittstudie bestätigt werden. In der Querschnittsuntersuchung konnten bei Patienten mit erst kurz dauernder Kamptokormie akute Veränderungen mit Ödem (s. C in der obigen Abb.) und Schwellung (s. B) insbesondere der paravertebralen Muskeln beschrieben werden. Diese werden mit zunehmender Dauer der Kamptokormie durch eine chronisch-fettige Degeneration (s. F und G) ersetzt. Dieses Modell ist wahrscheinlich von großer Bedeutung für die Therapie der Kamptokormie.

Neurophysiologische Untersuchungen

Margraf NG, Rogalski M, Deuschl G, Kuhtz-Buschbeck JP Trunk muscle activation pattern in parkinsonian camptocormia as revealed with surface electromyography. Parkinsonism Relat Disord. 2017 Nov;44:44-50

In einer Oberflächen-EMG Studie konnte eine Überaktivität insbesondere der paravertebralen Muskulatur von Parkinsonpatienten mit Kamptokormie nachgewiesen werden. Bereits im einfachen aufrechten Stehen mussten diese Patienten ihre funktionelle Reserve nutzen, was wir als Schwäche der paravertebralen Muskulatur interpretieren. Mittels unmittelbarer Kraftmessung der Rumpfmuskeln beabsichtigen wir die Schwäche der paravertebralen Muskeln zu belegen. In weiteren Oberflächen-EMG Untersuchungen wollen wir die Hüft- und Beinmuskeln mit einbeziehen, um zu einem systemischen Verständnis der gestörten Rumpfhaltung bei der Kamptokormie zu kommen.

Arbeitsgruppen der Neurologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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