Projekte

Im Vordergrund stehen in der Arbeitsgruppe Dystonie Projekte mit verschiedenen Trainingsprogrammen bei einer aufgabenspezifischen Dystonie am Beispiel des sog. Schreibkrampfes. Weitere Studien beinhalten die Auswirkung einer Botulinumtoxin Therapie auf die Kraftregulierung des Schreibkrampfes. Ferner untersuchen wir mit Hilfe verschiedener bildgebender Methoden die Netzwerkstörung, die der Dystonie zugrunde liegt.

Unsere laufenden Projekte sind die drei unterschiedlichen Schwerpunkte unterteilt:

Ergotherapeutisches Training

Es gibt Voruntersuchungen, die gezeigt haben, dass bei der aufgabenspezifischen Dystonie eine fehlerhafte kortikale Re-Organisation des sensomotorischen Kortex vorliegt. Somit war der Handtherapeut, Herr Arne Knutzen (M Sc. Ergotherapie), maßgeblich an der Entwicklung eines ergotherapeutischen, motorischen Trainings mit Therapieknete nach einer vierwöchigen Ruhigstellung beteiligt, welches bei einigen Patienten mit einem Schreibkrampf, der häufigsten aufgabenspezifischen Dystonie, zu einer Besserung der Dystonie führte. 

Eine ergotherapeutische Beratung gehört zu jeder Untersuchung und Therapieempfehlung eines Patienten mit einer Handdystonie in unserer Arbeitsgruppe dazu. Diese Beratung hat zum Ziel durch Hilfsmittel (Orthesen, Griffverdickungen) und Strategien das Schreiben im Alltag der Patienten zu erleichtern. Des Weiteren erfolgt die Erfassung des Schreibkrampfes mit der kinematischen Schreibanalyse, mit der man während des Schreibens den Druck, die Geschwindigkeit, Beschleunigung und die Regelmäßigkeit der Schreibbewegung objektiv messen kann.

Zukünftige Projekte fokussieren sich auf neue Trainingsprogramme. Diese sollten in der Routineversorgung machbar sein, also sowohl in das Alltagsleben der Patienten, als auch in der alltäglichen Praxis der Ergotherapeuten integriert werden können.

Untersuchungen zur Netzwerkstörung bei Dystonie

Andere Studien der Arbeitsgruppe befassten sich mit der Pathophysiologie der aufgabenspezifischen Dystonie. Motorische Lernvorgänge bei Schreibkrampf Patienten wurden mit funktioneller und voxelbasierter Bildgebung beim Erlernen komplexer motorischer Aufgaben untersucht. In den Basalganglien fand sich eine abnorme BOLD Aktivität in der funktionellen Magnetresonanz-tomographie und strukturelle Auffälligkeiten in der voxelbasierten Morphometrie.

Funktionsstörungen des Kleinhirns bei Dystonie

In einer weiteren Studie bei Patienten mit einem Schreibkrampf untersuchen wir nicht nur die Störung der Basalganglien-thalamokortikalen Schleife, sondern  das  motorische System mit probalistischen Signalen in einer Griffkraft Aufgabe, die mit dem fMRT kombiniert wird. Hierbei wird ein Kraftsensor, an dem unterschiedliche Gewichte sind, angehoben und wieder abgesetzt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Gewicht angehoben werden muss, ist mit bestimmten Symbolen assoziiert, so dass die neuronale Antwort zum Zeitpunkt der Signal-Präsentation mit einer Gewichtsvorhersage korreliert werden kann. Abweichungen der tatsächlichen Gewichte von der Gewichtsvorhersage werden als Fehler der Gewichtsvorhersage mit der neuronalen Aktivität zum Zeitpunkt des Anhebens korreliert. Damit wird untersucht, wie das motorische System mit probalistischen Signalen umgeht.

Hierbei werden die Präparation und die Ausführung des Präzisionsgriffes gemessen. Dieses Projekt ist eine Gemeinschaftsprojekt mit Herrn Professor Prof. Dr. med. Johann Peter Kuhtz-Buschbeck, Physiologisches Institut, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, und Herrn Professor Dr. Thilo van Eimeren  Professor für Multimodales Neuroimaging, Klinik für Nuklearmedizin und der Klinik für Neurologie, Universität Köln).

 

 

 

 

Arbeitsgruppen der Neurologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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