Publikationen (Auswahl)

Die Publikationen der AG sind auf Pubmed oder Researchgate abrufbar. Wir streben hier an, Ihnen einen Überblick über unseres Erachtens für die Positionierung der Forschungsgruppe wichtige Publikationen kurz vorzustellen.

Schlenstedt C, Mancini M, Nutt J, Hiller A, Maetzler W, Deuschl G, Horak F. Are Hypometric Anticipatory Postural Adjustments Contributing to Freezing of Gait in Parkinson's disease? Frontiers in Aging Neuroscience. 2018. doi: 10.3389/fnagi.2018.00036.

Untersucht die Gleichgewichtsverlagerung (Anticipatory Postural Adjustment, APA) während der Ganginitiierung bei Patienten mit Morbus Parkinson mit Freezing: bei erfolgreicher Ganginitiierung ohne Starthemmung sind APAs bei Freezingpatienten reduziert. Interessanterweise sind APAs größer bei der Schrittiniierung mit einhergehender Gangblockade. Das Ausmaß der APAs korreliert positiv mit dem Schweregrad von Freezing, d.h. je größer die APAs, desto stärker das Freezing im Alltag. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass reduzierte APAs nicht die Ursache, sondern eine Kompensationsstrategie von Starthemmungen sind. 

Schlenstedt C, Mancini M, Horak F, Peterson D. Anticipatory postural adjustment during self-initiated, cued and compensatory stepping in healthy elderly and patients with Parkinson's disease. Archives of Physical Medicine and Rehabilitation. 2017. doi: 10.1016/j.apmr.2017.01.023.

Vergleicht die Gleichgewichtsverlagerung (Anticipatory Postural Adjustment, APA) bei der Schrittinitiierung unter verschiedenen Schrittbedingungen: selbstinitiierte Schritte, Schritte nach Startsignal, Kompensationsschritte. Während ein Startsignal zu einer Vergrößerung von APAs führt, werden APAs bei der Durchführung von Kompensationsschritten reduziert. Parkinsonpatienten passen nach dem gleichen Muster, aber weniger ausgeprägt an die verschiedenen Bedingungen an. 

Schlenstedt C, Muthuraman M, Witt K, Weisser B, Fasano A, Deuschl G. Postural control and freezing of gait in Parkinson's disease. Parkinsonism & Related Disord. 2016;24:107-12. doi: 10.1016/j.parkreldis.2015.12.011.

Zeigt, dass Parkinsonpatienten mir Freezing spezifische posturale Defizite aufweisen: Insbesondere ist der Körperschwerpunkt beim Stand nach posterior verlagert und korreliert mit dem Schweregrad von Freezing, d.h. je stärker das Freezing, desto weiter ist der Körperschwerpunkt nach posterior verlagert. Diese Standposition erschwert die Körperschwerpunktbeschleunigung bei der Ganginitiierung und kann zu Starthemmungen beitragen - oder, alternativ, eine Kompensationstrategie zur Vermeidung von Stürzen darstellen. 

Fasano A*, Schlenstedt C*, Herzog J, Plotnik M, Rose F, Volkmann J, Deuschl G. Split-belt Locomotion in Parkinson’s Disease links Asymmetry, Dyscoordination and Sequence Effect. Gait and Posture. 2016;48:6-12. doi: 10.1016/j.gaitpost.2016.04.020. *beide Autoren haben zu gleichen Teilen zu der Arbeit beigetragen

Zeigt, dass sich das Gangbild bei Patienten mit Morbus Parkinson durch das Gehen auf einem Split-Belt-Laufband positiv modulieren lässt. Gangsymmetrie, bilaterale Koordination und Gangvariabilität verbesserten sich nach dem Split-Belt-Laufband, wenn die Bandgeschwindigkeit der Körperseite mit der größeren Schrittlänge reduziert wurde. 

Schlenstedt C*, Shalash A*, Muthuraman M, Falk D, Witt K, Deuschl G. Effect of high frequency subthalamic neurostimulation on gait and freezing of gait in Parkinson's disease: a systematic review and meta-analysis. European Journal of Neurology. 2016. doi: 10.1111/ene.13167. *beide Autoren haben zu gleichen Teilen zu der Arbeit beigetragen

Diese Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse zeigt einen langjährigen positiven Effekt von Tiefer Hirnstimulation (THS) auf Gang und Gangblockaden (Freezing) wenn Patienten im nicht-medikamentösen Zustand sind. Die Responsivität auf Levodopa der allgemeinen Motorik war der wichtigste Prediktor eines erfolgreichen THS-Effekt auf Gang.  

Schlenstedt C, Arnold M, Mancini M, Deuschl G, Weisser B. The effect of unilateral balance training on postural control of the contralateral limb. Journal of Sports Sciences. 2016; 1-7. doi:10.1080/02640414.2016.1265660.

Untersucht den Transfereffekt eines einbeinigen Gleichgewichtstrainings auf die posturale Kontrolle des kontralateralen, untrainierten Beins bei älteren Gesunden. Diese Studie zeigt erste Tendenzen, dass ein Transfereffekt nicht nur bei Krafttraining, sondern auch bei koordinativem Gleichgewichtstraining möglich ist. Einseitiges Training ist relevant wenn eine Körperseite auf Grund von Verletzung oder Immobilisation nicht trainiert werden kann. 

Schlenstedt C, Paschen S, Kruse A, Raethjen J, Weisser B, Deuschl G. Resistance versus Balance Training to Improve Postural Control in Parkinson's Disease: A Randomized Rater Blinded Controlled Study. PLoS One. 2015;10(10):e0140584. doi: 10.1371/journal.pone.0140584.

Zeigt, dass sich die posturale Kontrolle von Parkinsonpatienten durch Krafttraining verbessern lässt. Tendenzen sind sichtbar, dass ein Krafttraining der Beinmuskulatur effektiver ist als Gleichgewichtstraining auf instabiliem Untergrund. 

Schlenstedt C, Brombacher S, Hartwigsen G, Weisser B, Moller B, Deuschl G. Comparing the Fullerton Advanced Balance Scale With the Mini-BESTest and Berg Balance Scale to Assess Postural Control in Patients With Parkinson Disease. Archives of physical medicine and rehabilitation. 2015;96(2):218-225. doi: 10.1016/j.apmr.2014.09.002.

Zeigt, dass die Fullerton Advanced Balance (FAB) scale ein geeignetes klinisches Testinstrument ist, um posturale Kontrolle bei Patienten mit Morbus Parkinson multidimensional zu erfassen. Die FAB scale umfasst 10 Stand- und Gangaufgaben, jedes Item ist 5-Punkt-ordinalskaliert und die Durchführung beträgt 10-12 Minuten. Die Skala weist hohe Reliabilität auf, ist differenzierter skaliert als der Mini-BESTest und hat keinen Deckeneffekt. 

 

 

 

 

Arbeitsgruppen der Neurologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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