Etablierung von Kälte-evozierten Potentialen

Polyneuropathien zählen zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen, welche die Schmerzempfindung, Mobilität, Funktionalität und Lebensqualität erheblich einschränken. Bis zu 16% der über 70jährigen Patienten leiden unter Polyneuropathien.

Konventionelle elektrophysiologische Methoden sind nicht in der Lage Nervenfaser-Veränderungen in der frühen Phase dieser Erkrankung zu detektieren. Insbesondere die Integrität dünner Nervenfaserklassen und des spino-thalamischen Traktes sind nicht mittels konventionellen Neurographie oder somato-sensorisch evozierten Potentialen zu erfassen.

Im Gegensatz dazu ist es essentiell eine zielgerichtete Behandlung im Frühstadium der Erkrankung zu beginnen, um eine weitere Schädigung des sensorischen Systems zu verhindern.

Der Großteil der Polyneuropathiepatienten leidet unter einem Funktionsverlust der Kälte-leitenden Nervenfasern. Bisher war diese Nervenfaser-Subklasse nicht durch objektive elektrophysiologische Verfahren zu messen.

Kälte-evozierte Potentiale (CEP) sind ein neues potentiell wertvolles diagnostisches Verfahren, welches in der Lage ist Funktionsstörungen der dünnen Nervenfasern zu detektieren. Dies ist eine wichtige Voraussetzung um die Erkrankung im frühen Stadium zu erfassen, zu einem Zeitpunkt zu dem Patienten Missempfindungen oder Schmerzen berichten, ohne dass in der neurologischen Untersuchung sensorische Defizite gefunden werden können. Die frühe Quantifizierung sensorischer Störungen mit CEP kann die Behandlung entscheidend beeinflussen (z.B. diätetische Maßnahmen, Einsatz von Antidiabetika oder Vitamin-Substitution, Vermeidung von toxischen Substanzen, Enzyme-Therapie für die M. Fabry-Patienten, etc.) und weitere sensorische Schäden vermeiden.

Im aktuellen Projekt wird das CEP-Verfahren bei Polyneuropathiepatienten hinsichtlich der diagnostischen Wertigk

Arbeitsgruppen der Neurologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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