Projekte

Phänotypisierung des Tremors

Tremorklassifikation der Internationalen Parkinson und Movement Disorder Society

Die neue Tremorklassifikation der Internationalen Parkinson und Movement Disorder Society wurde soeben abgeschlossen (Abb.) (Bhatia et al., 2017). Basierend auf dieser Klassifikation wird nun eine neue Ratingskala zur Charakterisierung und Messung der Tremorschwere erarbeitet. Kontinuierlich werden parallel dazu Patienten in ein Register zur internationalen Nutzung aufgenommen.

  • Bhatia KP, Bain P, Bajaj N, Elble RJ, Hallett M, Louis ED, Raethjen J, Stamelou M, Testa CM, Deuschl G, Tremor Task Force of the International P, Movement Disorder S (2017) Consensus Statement on the classification of tremors, from the task force on tremor of the International Parkinson and Movement Disorder Society. Mov Disord.
  • Fasano A, Herzog J, Raethjen J, Rose FE, Muthuraman M, Volkmann J, Falk D, Elble R, Deuschl G (2011) Gait ataxia in essential tremor is differentially modulated by thalamic stimulation. Brain 133:3635-3648.
  • Muthuraman M, Heute U, Arning K, Anwar AR, Elble R, Deuschl G, Raethjen J (2012) Oscillating central motor networks in pathological tremors and voluntary movements. What makes the difference? Neuroimage 60:1331-1339.

 

Elektrophysiologische Untersuchung des Tremors

High-density Elektroencephalographie

Mit high-density Elektroencephalographie (Abb. 1) und computational neuroscience Verfahren werden die zerebralen Äquivalente des Tremors untersucht. Dadurch werden  Hirnareale sichtbar gemacht, die bei der Entstehung des Tremors eine Rolle spielen. Ein Beispiel zeigt die Abb 2 bei der die kohärenten Quellen des Haltetremors beim Haltetremor des Parkinson, des essentiellen Tremors und des vom Gesunden imitierten Tremors gezeigt werden.(Muthuraman et al., 2012) Weiterhin werden verschiedene elektrophysiologische Methoden benutzt um neuronale Plastizität und kortikale Erregbarkeit bei verschiedenen Tremorformen zu analysieren

Tiefe Hirnstimulation und Tremorbehandlung

Gangataxie bei Patienten mit essentiellem Tremor

Eine der wirksamsten Behandlungen des Tremors ist die elektrische Stimulation von implantierten Elektroden im Thalamus der Patienten, die mit einem in der Subclavikulargrube implantierten Stimulator verbunden sind. Die Gruppe beschäftigt sich mit der Optimierung der Stimulation in Abhängigkeit von der Elektrodenposition und den physiologischen Veränderungen durch die tiefe Hirnstimulation. Enge Verbindungen bestehen zur Arbeitsgruppe Tiefe Hirnstimulation. Beispielhaft zeigt die nachfolgende Abb. die Wirkung der thalamischen Stimulation auf die Gangataxie bei Patienten mit essentiellem Tremor (Fasano et al., 2011). Bei abgeschalteter Stimulation (STIM-OFF) sieht man eine deutliche Gangataxie an der Unregelmäßigkeit der Gangspuren. Diese wird durch die tiefe Hirnstimulation deutlich normalisiert (STIM-ON). Bei zu starker Stimulation tritt aber erneut eine Gangataxie auf (STIM-ST).

 

Arbeitsgruppen der Neurologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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