Früherkennung neurodegenerativer Erkrankungen

 

Hintergrund

Von zentraler Bedeutung für das Verständnis neurodegenerativer Erkrankungen wie der Alzheimer-Demenz oder Parkinsonerkrankung  ist die in den letzten Jahren gewachsene Erkenntnis, dass den typischen, zur Diagnose führenden klinischen Symptome eine jahrelange Phase vorangeht, in der ein neurodegenerativer Prozess bereits voranschreitet. Diese sogenannte Prodromalphase kann Jahre bis Jahrzehnte andauern und beinhaltet eine Vielzahl von Symptomen, die als Ausdruck des voranschreitenden neurodegenerativen Prozesses zu verstehen sind. Beim Parkinsonsyndrom werden u.a. Riechstörung (Hyposmie), REM-Schlaf-Verhaltensstörung oder Obstipation beobachtet, bei der Alzheimerdemenz finden sich u.a. Depressionen in dieser Frühphase der Erkrankung.  Darüber hinaus konnten bestimmte Risikofaktoren für die Parkinsonerkrankung und andere neurodegenerative Erkrankungen identifiziert werden, wie beispielsweise spezifische genetische Prädispositionen (siehe Abbildung 1).

Die Möglichkeit einer früheren Diagnosestellung bedeutet für Patienten nicht nur die Verkürzung einer oft langen und belastenden Phase der Diagnosefindung und damit eine  frühere Einleitung spezifischer Therapien zur Symptomlinderung und Stärkung von Kompensationsmechanismen. Als vielversprechende Perspektive besteht darüber hinaus die Möglichkeit neuroprotektive Therapieansätze, die das Fortschreiten der Neurodegeneration bereits in dieser frühen Phase verhindern sollen, in den kommenden Jahren zu entwickeln und anzuwenden.

Arbeitsgruppen der Neurologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16