Der Forschungsschwerpunkt der Arbeitsgruppe liegt im Bereich Neuromechanik & Neurorehabilitation. 

Neuromechanik kombiniert neurophysiologische und biomechanische Ansätze zur Analyse menschlicher Bewegung. Der Schwerpunkt der Arbeitsgruppe liegt auf neuromechanischer Bewegungsanalyse von Gang- und Gleichgewichtsstörungen bei neurologischen Erkrankungen, insbesondere Morbus Parkinson. Ziel ist ein besseres Verständnis der zugrunde liegenden krankheitsspezifischen Mechanismen. 


Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeitsgruppe liegt im Bereich der Neurorehabilitation. Hierbei wird die Effektivität von Bewegungstherapie zur Behandlung von neurologischen Erkrankten erforscht. Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen der neuromechanischen Bewegungsanalyse entstehen neue bewegungstherapeutische Ansätze, deren Effektivität im Rahmen von Trainings-Interventionsstudien geprüft wird. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf die Rehabilitation von Gang- und Gleichgewichtsstörungen. 
 

(Technische Ausstattung siehe Motoriklabor)

Projekte

Gangblockaden (Freezing)

Abb1.: Center of Mass (COM), center of gravity (COG) und center of pressure (COP) bei der Posturographie.

Freezing of Gait (FOG) ist ein Symptom des Morbus Parkinson und beinhaltet plötzlich auftretende Gehblockaden. Dieses Einfrieren, bei dem die Füße des Patienten am Boden festzukleben scheinen, erfolgt häufig bei der Ganginitiierung, bei Drehbewegungen, beim Passieren von engen Durchgängen sowie bei zielgerichteten Bewegungen.

Bei diesem Projekt wird der Zusammenhang zwischen FOG und posturaler Kontrolle bei Morbus Parkinson untersucht. Hierbei stellt sich die Frage, ob posturale Defizite FOG induzieren können, oder ob veränderte posturale Kontrollmechanismen Kompensationsstrategien zur Überwindung von FOG darstellen. Um die multidimensionalen Aspekte posturaler Kontrolle möglichste präzise abbilden zu können, werden neuromechanische Untersuchungsverfahren verwendet.

Das Projekt wird von der Coppenrath-Stiftung und Krumme-Stiftung gefördert.

 

Kooperationspartner:

  • Dr. Fay Horak, Balance Disorders Laboratory, Oregon Health & Science University, Portland, Oregon, USA
  • Dr. Martina Mancini, Balance Disorders Laboratory, Oregon Health & Science University, Portland, Oregon, USA
  • Prof. Dr. Walter Maetzler, Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Split-Belt-Laufband-Therapie

Neurodegenerative Erkrankungen, wie zum Beispiel Morbus Parkinson zeigen sich durch Defizite verschiedener motorischer und nicht-motorischer Funktionen. Dazu gehört auch der Gang, als unerlässliche Fortbewegungsform des Menschen. Das Gangbild bei Morbus Parkinson lässt sich durch Gangblockaden (Freezing), verkürzte Schrittlängen, erhöhte Gangasymmetrien und Gangvariabilität charakterisieren. Diese Gangdefizite sind assoziiert mit einem erhöhten Sturzrisiko und schränken den Patienten in seiner Mobilität und Lebensqualität ein.

Mit dem Ziel einer effektiven Rehabilitation der Gangstörung wird in diesem Projekt Split-Belt-Laufbandtherapie erforscht. Ein Split-Belt-Laufband hat zwei Bänder, wodurch die Gehgeschwindigkeiten vom rechten und linken Bein unterschiedlich gesteuert werden können. Die Nutzung eines Split-Belt-Laufbandes bietet die Chance Gangdefizite, insbesondere Gangasymmetrien, gezielt zu modulieren. In unserem Projekt werden der Transfer und die Speicherung neu erlernter Gangmuster unterschiedlicher Split-Belt-Laufbandbedingungen bei Morbus Parkinson untersucht.

Das Projekt wird von der Jacques & Gloria Gossweiler Foundation gefördert.

 

Kooperationspartner:

  • Prof. Dr. Alice Nieuwboer, Department of Rehabilitation Sciences, KU Leuven, Belgium
  • Prof. Dr. Burkhard Weisser, Institut für Sportwissenschaft, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
  • Prof. Dr. Walter Maetzler, Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Kraft- und Gleichgewichtstraining

Gleichgewichtsstörungen zählen zu den Kardinalsymptomen bei Morbus Parkinson und sind ein Hauptrisikofaktor von Stürzen. Die durch posturale Instabilität verursachten Einschränkungen in der Mobilität haben einen signifikanten Einfluss auf die Lebensqualität der Betroffenen. Bewegungstherapie nimmt zur Behandlung von Gang- und Gleichgewichtsstörungen einen Schlüsselrolle ein. 
Bei diesem Projekt wurde ein Krafttraining und ein Gleichgewichtstraining zur Verbesserung der posturalen Kontrolle bei Parkinsonpatienten verglichen. Trainiert wurde in Kleingruppen zweimal wöchentlich über einen Zeitraum von 7 Wochen. Die Gleichgewichtskontrolle konnte durch Krafttraining signifikant verbessert werden. Das Projekt zeigt, dass sich Krafttraining nicht zur Steigerung von Muskelkraft sondern auch zur Verbesserung von posturaler Kontrolle eignet.

Das Projekt wurde von der Coppenrath-Stiftung und der Krumme-Stiftung gefördert.
 

Arbeitsgruppen der Neurologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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